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Von der Reparatur zur Gesundheitserziehung Naturheilkunde
verlangt aktives Mitwirken des Heilungssuchenden (Verfasserin:
Barbara Stamm MdL1) |
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In der Bevölkerung wird immer häufiger der Wunsch nach einer natürlichen
Heilweise geäußert. Auch Angehörige der Heilberufe wenden sich den Allerdings gibt es keine allgemein
verbindlich anerkannte Definition für den Begriff " Dieser Anspruch kennzeichnet ein
Verständnis der Medizin, das von der kurzfristigen Heilbehandlung und
Reparatur zur langfristigen Lebensgestaltung und Gesundheitserziehung weist. Zu den wichtigen Anforderungen an das ärztliche
Wissen gehört es, Möglichkeiten und Grenzen von Behandlungsverfahren zu
erkennen. Diese Fähigkeit zu vermitteln, ist Aufgabe der ärztlichen Aus- und
Weiterbildung.
So sieht die Weiterbildungsordnung für die
Ärzte Bayerns in ihrer Neufassung vom 1. Oktober 1993 die Möglichkeit des
Erwerbs der Zusatzbezeichnung
Den Verfahren richtig verstandener
Naturheilkunde stehen die der Akutmedizin keineswegs unverträglich gegenüber,
sondern beide können einander sinnvoll ergänzen. In sehr vielen Fällen ist es
erforderlich, Kranke zunächst einmal mittels akutmedizinischer Maßnahmen zu
einem Zustand zu verhelfen, in dem sie dann Verfahren der Naturheilkunde erfolgreich
anzuwenden setzt nämlich in aller Regel ein aktives Mitwirken der
Heilungssuchenden voraus. Diese müssen erkennen, dass sie zu allererst selbst
für ihre Gesundheit verantwortlich sind. In einer Zeit, in der die
technischen Möglichkeiten der medizinischen Diagnostik und Therapie
gewaltige, kaum erahnte Fortschritte machen und immer öfter bei einer
Abweichung von der biologischen Norm eine medizin-technische Intervention
denkbar wird, ist das Einbringen solcher auf den einzelnen ausgerichteter
Werte notwendiger denn je. Die Verantwortung für Gesundheit liegt zu
allererst bei jedem einzelnen. Über die allgemein vergleichbaren, biologisch
organischen Grundlagen hinaus ist jeder Mensch ein besonderes, sozial
geprägtes Individuum, hat eine ganz persönliche Biographie. Diese
lebensgeschichtliche Prägung beeinflusst seine Vorstellungen von Gesundheit
ebenso wie sein Verständnis dafür, wann er krank ist, der Hilfe bedarf oder
welchen Weg der Heilung er sucht. Aufgabe des Staates oder anderer
Organisationen, die sich um Gesundheit bemühen, kann es deshalb nicht sein,
den einzelnen durch allgemein gültige Patentlösungen zu bevormunden. Der
einzelne muß vielmehr erkennen, wie er durch sein konkretes Verhalten, durch
seine individuellen Lebensumstände und durch seine subjektiven Lebensziele
sich selbst nützt oder schadet. Ein entsprechender Beitrag zur
Gesundheitsbildung kann deshalb nur darin bestehen, dem einzelnen das nötige
Wissen, die sinnvollen Einstellungen, die adäquaten Verhaltensweisen für
Gesundheit vor Augen zu führen. Nicht eine Philosophie des "du
sollst" oder "du sollst nicht" ist gefragt, sondern vielmehr
ein - vielleicht gelegentlich provokantes - Anstoßen von selbstkritischen
Denkvorgängen im einzelnen Menschen. Es bleibt dann allein Sache des mündigen
und verantwortlichen Bürgers, sich kritisch mit seinen individuellen
Lebensumständen auseinanderzusetzen und gestaltend in seiner eigenen
Lebensplanung aktiv tätig zu werden.
Angesichts der Zunahme von Erkrankungen als
Resultat unvernünftiger Art und Weise der Bedürfnisbefriedigung wird die
Forderung, der Heilkundige müsse auch Gesundheitserzieher sein, aktueller
denn je. Und hier treffen sich Kernpunkte der Strategie der Prävention mit
Kernpunkten des Selbstverständnisses der Naturheilkunde: Es ist eben ein
wichtiges Spezifikum der Naturheilkunde, dass sie dem Patienten bewusst
machen muß, wie entscheidend es von ihm selbst abhängt, ob er gesund wird
oder nicht. Sie wirkt in diesem Sinne rehabilitativ und präventiv und lässt
die Verantwortung für Gesundheits- und Lebensplanung beim mündigen Bürger.
Unschwer ist auch zu sehen, dass dieses Ziel der
aus: " Dr. med. R. M.
Bachmann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Prof. Dr. med. R. Saller, Lehrstuhl für
Naturheilkunde, Universität Zürich Rämistr. 100, CH - 8091 Zürich |
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